Feuerwehrmuseum Kaufbeuren - Ostallgäu e.V.

Magirus Drehleiter

Magirus Drehleiter  Magirus Drehleiter  Erstzulassung: 02.11.1929  Hersteller: Magirus  Im Einsatz bis 1971   Die erste Drehleiter in Kaufbeuren  Am 9. Mai 1998 ist die alte pferdegezogene Magirus-Drehleiter, ein Stück Kaufbeurer Feuerwehrgeschichte, wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Nach einem bewegten Leben findet sie jetzt einen Platz im Kaufbeurer Feuerwehrmuseum.   Ganz freiwillig wurde die Leiter nicht angeschafft, wie aus Aufzeichnungen des Stadtarchivs zu entnehmen ist: Die Freiwillige Feuerwehr Kaufbeuren beantragte am 11. Dezember 1928 beim Stadtrat die Anschaffung einer neuen Drehleiter, da bei der Herbstübung des Jahres 1928 von der Kreisbrandinspektion die vorhanden fahrbaren Leitern der Feuerwehr Kaufbeuren beanstandet wurden. „Die Leiter des II. Steigerzuges bietet nicht mehr genügend Sicherheit und es werde dringend die Anschaffung einer Drehleiter empfohlen.“  Es wurde von der Feuerwehr ein Angebot bei der Firma Magirus in Ulm eingeholt. Der Preis für eine Drehleiter belief sich auf 11.900,-- RM (Reichsmark). Ein Pfund Roggenkommisbrot kostete damals 43 Pfennige. Die vorhandenen Requisitenräume im Rathaus waren für die neue Leiter zu klein, so dass noch eine Unterstellmöglichkeit im Rathaus für die bereits vorhandene Automobilspritze und die neue Anhängedrehleiter geschaffen werden musste. So mussten die Arresträume im Erdgeschoß des Rathauses verlegt werden, damit diese beiden Geräte Platz fanden. ( heutige Touristinformation ) Die Kosten für den Umbau beliefen sich auf 2.000,-- RM.   Nach langwierigen Verhandlungen mit der Firma Magirus wurde die Drehleiter für Pferdezug mit 22 m Steighöhe von der Stadt Kaufbeuren am 24.06.1929 bei der Firma MAGIRUS in Ulm bestellt. Die Leiter wurde am 03.10.1929 mit der Fabriknummer 28863 wohl als letztes Exemplar ihres Baumusters ausgeliefert. Am 2. November ist sie schließlich in Kaufbeuren eingetroffen. Hierzu war in der Kaufbeurer Volkszeitung und Tagblatt vom 9. November 1929 zu lesen:  Kaufbeuren 7. November (Freiwillige Feuerwehr) Die am 2. November per Bahn von Ulm eingetroffene Magirus Drehleiter wird am Freitag, den 8. November, nachmittags 4.15 Uhr durch die Mannschaften der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren vor dem Rathaus den Mitgliedern des Stadtrates vorgeführt werden. Die Drehleiter, welche auf einem vierräderigen ganz aus Eisen gebauten Wagengestell ruht und gummibereift ist, hat eine Steighöhe von 22 Meter in vierteiligem Auszug. Das Drehgestell auf Rollen laufend ist mittels Kurbelgetriebe ganz im Kreise drehbar Feststellung mittels Spindelbackenbremse, Ausrichtgetriebe mit zwei verzinkten Stahldrahtgurten und selbstwirkendener Sicherheitsbremse, zugleich Vorrichtung zum  Vorwärtsneigen der Leiter. Die Leiter ist mit Anhängedeichsel zur Beförderung mit der Motorspritze versehen. Eine Pferdedeichsel wurde mitgeliefert. Auf dem Fahrzeug ist noch Platz für 6 Feuerwehrleute. Autospritze und Drehleiter stellen nun einen vollständigen Löschzug dar.  Die Leiter stand bis Kriegsende bei der Feuerwehr Kaufbeuren im Einsatz, bis sie durch eine motorbetriebene Kraftdrehleiter aus ehemaligen Wehrmachtsbeständen ersetzt wurde. Danach ging die Leiter an die Werkfeuerwehr der Firma Spinnerei und Weberei Momm über. Sie tat dort noch bis 1971 ihren Dienst. Dem ehemaligen Magirus-Werksvertreter Hermann Stark ist es zu verdanken, dass sie vor dem Schrotthändler gerettet wurde. Er kaufte die alte Leiter. Über Umwege und einige Zwischenstationen gelangte sie letztendlich in eine Lagerhalle der Berufsfeuerwehr München. Dort wurde sie 1996 bei einem Besuch durch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren eher zufällig entdeckt. Nach längeren Verhandlungen ist es gelungen, dieses einzigartige Stück wieder nach Kaufbeuren zurück zu bekommen. Nach fast 70 Jahren ist die erste Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren als Leihgabe in ihre Heimatstadt Kaufbeuren zurückgekehrt.

Magirus Drehleiter

Erstzulassung: 02.11.1929

Hersteller: Magirus

Im Einsatz bis 1971

Die erste Drehleiter in Kaufbeuren

 



 

Am 9. Mai 1998 ist die alte pferdegezogene Magirus-Drehleiter, ein Stück Kaufbeurer Feuerwehrgeschichte, wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Nach einem bewegten Leben findet sie jetzt einen Platz im Kaufbeurer Feuerwehrmuseum.

Ganz freiwillig wurde die Leiter nicht angeschafft, wie aus Aufzeichnungen des Stadtarchivs zu entnehmen ist: Die Freiwillige Feuerwehr Kaufbeuren beantragte am 11. Dezember 1928 beim Stadtrat die Anschaffung einer neuen Drehleiter, da bei der Herbstübung des Jahres 1928 von der Kreisbrandinspektion die vorhanden fahrbaren Leitern der Feuerwehr Kaufbeuren beanstandet wurden. „Die Leiter des II. Steigerzuges bietet nicht mehr genügend Sicherheit und es werde dringend die Anschaffung einer Drehleiter empfohlen.“

Es wurde von der Feuerwehr ein Angebot bei der Firma Magirus in Ulm eingeholt. Der Preis für eine Drehleiter belief sich auf 11.900,-- RM (Reichsmark). Ein Pfund Roggenkommisbrot kostete damals 43 Pfennige. Die vorhandenen Requisitenräume im Rathaus waren für die neue Leiter zu klein, so dass noch eine Unterstellmöglichkeit im Rathaus für die bereits vorhandene Automobilspritze und die neue Anhängedrehleiter geschaffen werden musste. So mussten die Arresträume im Erdgeschoß des Rathauses verlegt werden, damit diese beiden Geräte Platz fanden. ( heutige Touristinformation ) Die Kosten für den Umbau beliefen sich auf 2.000,-- RM.

Nach langwierigen Verhandlungen mit der Firma Magirus wurde die Drehleiter für Pferdezug mit 22 m Steighöhe von der Stadt Kaufbeuren am 24.06.1929 bei der Firma MAGIRUS in Ulm bestellt. Die Leiter wurde am 03.10.1929 mit der Fabriknummer 28863 wohl als letztes Exemplar ihres Baumusters ausgeliefert. Am 2. November ist sie schließlich in Kaufbeuren eingetroffen. Hierzu war in der Kaufbeurer Volkszeitung und Tagblatt vom 9. November 1929 zu lesen:

Kaufbeuren 7. November (Freiwillige Feuerwehr)

Die am 2. November per Bahn von Ulm eingetroffene Magirus Drehleiter wird am Freitag, den 8. November, nachmittags 4.15 Uhr durch die Mannschaften der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren vor dem Rathaus den Mitgliedern des Stadtrates vorgeführt werden. Die Drehleiter, welche auf einem vierräderigen ganz aus Eisen gebauten Wagengestell ruht und gummibereift ist, hat eine Steighöhe von 22 Meter in vierteiligem Auszug. Das Drehgestell auf Rollen laufend ist mittels Kurbelgetriebe ganz im Kreise drehbar Feststellung mittels Spindelbackenbremse, Ausrichtgetriebe mit zwei verzinkten Stahldrahtgurten und selbstwirkendener Sicherheitsbremse, zugleich Vorrichtung zum  Vorwärtsneigen der Leiter. Die Leiter ist mit Anhängedeichsel zur Beförderung mit der Motorspritze versehen. Eine Pferdedeichsel wurde mitgeliefert. Auf dem Fahrzeug ist noch Platz für 6 Feuerwehrleute. Autospritze und Drehleiter stellen nun einen vollständigen Löschzug dar.

Die Leiter stand bis Kriegsende bei der Feuerwehr Kaufbeuren im Einsatz, bis sie durch eine motorbetriebene Kraftdrehleiter aus ehemaligen Wehrmachtsbeständen ersetzt wurde. Danach ging die Leiter an die Werkfeuerwehr der Firma Spinnerei und Weberei Momm über. Sie tat dort noch bis 1971 ihren Dienst. Dem ehemaligen Magirus-Werksvertreter Hermann Stark ist es zu verdanken, dass sie vor dem Schrotthändler gerettet wurde. Er kaufte die alte Leiter. Über Umwege und einige Zwischenstationen gelangte sie letztendlich in eine Lagerhalle der Berufsfeuerwehr München. Dort wurde sie 1996 bei einem Besuch durch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren eher zufällig entdeckt. Nach längeren Verhandlungen ist es gelungen, dieses einzigartige Stück wieder nach Kaufbeuren zurück zu bekommen. Nach fast 70 Jahren ist die erste Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren als Leihgabe in ihre Heimatstadt Kaufbeuren zurückgekehrt.

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